Do

17

Sep

2009

Ja, ich spiele Killerspiele - Nein, ich plane keinen Amoklauf!

Heute abend fand im Rahmen der Vortrags- und Diskussionsreihe der Trierer Julis im Tagungsraum des Fetzenreich ein Vortrag zum Thema Jugendgewalt und Computerspiele statt. Es referierte Jan Seger, neugewählter stellvertretender Kreisvorsitzender der Julis, unter dem Titel "Ja, ich spiele Killerspiele - Nein, ich plane keinen Amoklauf!".

Erschreckende Aktualität hatte das Thema leider durch die Meldungen über den Amoklauf im fränkischen Ansbach am frühen Morgen erhalten. In seinem Vortrag machte Jan zunächst deutlich, wie sich die Debatte um die sogenannten Killerspiele in den letzten Jahren sowohl in den Medien als auch in der politischen Öffentlichkeit entwickelt hatte und was eigentlich unter dem Begriff zu verstehen ist. Eines der größten Probleme sei die schwierige Kommunikation zwischen einer großen Gruppe von häufig jungen Spielern und der Spieleindustrie auf der einen und häufig älteren Politikern, Lehrern und Eltern, die mit den Spielen selbst kaum bis garnicht vertraut sind auf der anderen Seite. Das Ende des Vortrages bildete eine Betrachtung offener Diskussionspunkte die anschließend von den Anwesenden in eine rege Debatte übernommen wurden.

Diskutiert wurde unter anderem die Frage der Sinnhaftigkeit von Verboten von Spielen. Einhellige Meinung der Teilnehmer war, dass Verbote nicht als sinnvolle Lösungen gesehen werden können. Es ginge viel eher darum bereits bestehende Regelungen, z.B. Altersbeschränkungen, endlich konsequent durchzusetzen. Außerdem sei es deutlich zu kurz gegriffen eine Debatte über Gewalt in den Medien ausschließlich auf Computerspiele zu beschränken. "Auch die Darstellung von ganz realer Gewalt in den Medien muss als möglicher Einflussfaktor berücksichtigt werden. Nicht zuletzt die häufig reißerische Berichterstattung über derartige Amokläufe selbst kann auch zu Nachahmungseffekten führen. Wenn potentielle Täter wissen, dass sie mit einer solchen Tat große mediale Aufmerksamkeit erhalten, kann dies durchaus tatfördernd wirken." so Tobias Schneider, Kreisvorsitzender der Julis Trier/Trier-Saarburg.

Weiterhin müsse von allen Seiten versucht werden die Debatte nicht mehr im Stile eines Generationenkonfliktes zu führen. Hierzu sei mehr Kommunikation und Information nötig. Eltern, Lehrer und alle anderen Autoritätspersonen für Kinder und Jugendliche müssen sich mit den Spielen und ihren Inhalten genauer auseinandersetzen und Pauschalverurteilungen vermeiden.

Abschließend waren sich alle Zuhörer einig, dass Amokläufe und andere Gewalttaten wohl leider niemals völlig zu vermeiden sind. Man könne lediglich versuchen entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen um Gefahren frühzeitig zu erkennen oder gar ganz zu verhindern, dass welche entstehen. Verbote, deren Chancen zur tatsächlichen Durhcsetzung mehr als fragwürdig sind, können jedoch keine Lösung sein.

 

Autor

Tobias Schneider

Folien zur Präsentation "Ja, ich spiele Killerspiele - Nein, ich plane keinen Amoklauf!"
Präsentation Killerspiele 17.09.2009.pdf
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Kommentare: 1

  • #1

    Maria Hamm (Montag, 28 September 2009 15:26)

    Das sind ja echt spannende Themen, die ihr da aufgreift. Find ich super. Das spricht wenigstens junge Leute an.

    Liebe Grüße und Weiter so,

    Maria

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